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Informationen über die Aktion 2008 [siehe]

Was wurde aus "Kinder helfen Kindern" in Bulgarien?
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Im Jahr 2008/2009 wurden mit der Aktion "Kinder helfen Kindern" knapp 143.000 Euro für Projekte in Bulgarien gesammelt. Wie in jedem Jahr war es das Verständnis der Aktion, dass das "Kinderzentrum John Wesley" der EmK-Gemeinde in Dobric beispielhaft als Modell für eine Vielzahl weiterer Kinderprojekte in Bulgarien vorgestellt wurde

Spielende Kinder im Kinderzentrum John Wesley in Dobric

Denn mit der riesigen Summe von 143.000 Euro wurde und wird natürlich nicht nur ein Projekt gefördert. Weit über Dobric hinaus werden bestehende Initiativen der Gemeinden gefördert und neue angestoßen, die den verarmten Kindern in Bulgarien zugute kommen. Wir sind sehr froh, dass wir damit unsere Partnerkirche in ihrem Einsatz für verarmte und notleidende Kinder und Jugendliche in ihrem Land unterstützen können.

 

Im Juni 2010 erreicht uns der Bericht der Dr.-Long-Gemeinde in Sofia. Hier wurde aus den Mitteln der Aktion »Kinder helfen Kindern« die technische Ausstattung der Kirche auf den neuesten Stand gebracht, um zeitgemäße Jugendgottesdienste feiern zu können. Außerdem wurde ein Kinderzentrum für die Sonntagsschularbeit eingerichtet

Der Jugendgottesdienst wird jeden Sonntag um 14:00 Uhr gefeiert. Nach dem Morgengottesdienst gibt es beim Kirchenkaffee Zeit für Gemeinschaft, in der sich alte und junge Menschen begegnen. Anschließend wird gemeinsam gegessen, und dann findet der Jugendgottesdienst statt. Viel Musik, Gespräche und Impulse prägen diesen Gottesdienst. Auch nach dem Gottesdienst ist noch Zeit für Gespräche, manchmal auch in Kleingruppen. Diese Gottesdienste sind offen und leichter zugänglich für kirchenfremde junge Menschen. So wurden einige junge Leute erreicht, die zuerst in den Nachmittagsgottesdienst gekommen sind, später sind sie aber dann auch im Hauptgottesdienst aufgetaucht. Interessant ist, dass sich damit auch diese tradi-tionellen Gottesdienste verändern, insbesondere musikalisch. Inzwischen kommen schon mehrere neue junge Leute und junge Familien regelmäßig in die Gemeinde. Dank der neuen Technik werden Aufnahmen gemacht und Musik sowie Predigten im Internet zur Verfügung gestellt – nicht zuletzt auch jenen Menschen, die nicht mehr mobil, krank oder behindert sind.

Die Verantwortlichen der Gemeinde schreiben: "Unserer Meinung nach ist ein Wunder geschehen. Wir dachten: Wir haben durch die Aktion »Kinder helfen Kindern« eine so großartige Hilfe für unsere Arbeit erhalten, da ist es gut, wenn auch wir helfen können. Unsere Hilfe sollte an die Schwächsten gehen. So entschieden wir uns als Gemeinde und Jugendgruppe, ein Benefizkonzert in der Kirche zu veranstalten – für zwei Familien, die jeweils zwei geistig und körperlich behinderte Kinder haben. In Bulgarien bekommen solche Leute kaum Unterstützung von den Sozialdiensten. Dank der neuen Anlagen konnten wir unseren Plan umsetzen und ein Konzert mit allen möglichen Musikarten durchführen. Es sollte ein Konzert sein, für das kein Eintritt verlangt wird, sondern für das die Leute freiwillig spenden. Über Internet und mit Plakaten wurde Werbung gemacht, und am 16. Mai 2010 fand das Konzert statt. Es gab gute Musik und verschiedene Filme, die wir gemacht hatten, um die Lebensbedingungen und Schwierigkeiten dieser zu zeigen. Als wir nach dem Konzert die Schachtel für die Spenden geleert und das Geld zusammengerechnet hatten, waren wir überrascht. Die Leute hatten 4178 Leva – also 2142 Euro – gespendet. Wir erzählen dies als Zeugnis für dieses Projekt. Das Konzert wurde zu 100% von den jungen Menschen unserer Gemeinde vorbereitet und dank der Technik, die wir von »Kinder helfen Kindern« bekommen haben, durchgeführt."

Für die Sonntagsschule konnte letztes Jahr mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werks ein Kinderzentrum gebaut werden. Doch das Gebäude hatte keinerlei Innenausstattung und konnte nicht genutzt werden. Mit der Unter-stützung aus der Aktion »Kinder helfen Kindern« für den Aufbau der Sonntagschule konnte dieses Zentrum nun für eine angemessene Nutzung eingerichtet werden. Menschen aus der Gemeinde haben alles, was möglich war, selbst gemacht. Das Hauptziel war es, die Mittel so zu investieren, dass die Gemeinde in Zukunft selbständig – also ohne Hilfe aus dem Ausland – arbeiten kann, denn man kann eine Sonntagsschule nicht für ein oder zwei Jahre aufbauen.

Bereits seit 10 Monaten haben die Kinder dort nun ihre Versammlungen. Es besteht nun die Möglichkeit, die Sonntagsschule in zwei Gruppen zu teilen und dem Alter entsprechend mit den Kindern zu arbeiten. Zudem wurden neue und bessere Materialien angeschafft, was die Sonntagsschule für die Kinder interessanter gemacht hat. Schließlich ist auch die Arbeit der Mitarbeitenden wesentlich erleichtert worden. Die Sonntagsschule findet jeden Sonntag um 10:00 Uhr in diesem neuen Gebäude statt. Nach dem Morgengottesdienst holen die Eltern ihre Kinder jeweils direkt dort ab. Außerdem werden in diesem Gebäude ein- bis zweimal pro Monat Kinderfeste gefeiert. Die Kinderfeste sind thematisch vorbereitet, und hier werden Kinder eingeladen, die mit der Gemeinde oder Kirche wenig zu tun hatten. Anschließend werden sie auch in die Sonntagsschule eingeladen.

Es kommen jetzt mehr Familien mit Kindern, die mit der Gemeinde befreundet sind und die keine Vorurteile gegenüber der Kirche haben. Es bestehen alle Voraussetzungen, dass sich diese Arbeit weiter entwickeln kann. Dieses Projekt und die Unterstützung durch "Kinder helfen Kindern" haben auch die Gemeinde verpflichtet, sich mehr zu engagieren und mehr zu tun. Die Hilfe hat also nicht nur den Kindern gut getan, sondern auch den Erwachsenen.

Inzwischen gibt es Pläne, die Arbeit zu erweitern und nicht mehr nur am Sonntag in der Sonntagschule sondern – in Form eines Tageszentrums – auch unter der Woche mit den Kindern zu arbeiten.