Informationen über Indien
Indien ist ein Staat in Südasien, er umfasst den größten Teil des indischen Subkontinents. Die natürliche Nordgrenze des Landes bildet der Himalaya, das größte Gebirge der Erde. Im Süden wird das Land vollständig vom indischen Ozean umschlossen. Weitere angrenzende Länder sind Pakistan, Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar (Birma) und Bangladesch.
Im frühen 16. Jahrhundert begannen europäische Mächte, zunächst Portugal, kleinere Küstenstreifen zu erobern. Von 1756 an unterwarf die britische Ostindien-Kompanie von ihren Hafenstützpunkten Kalkutta, Madras und Bombay aus weite Teile Indiens. Die Kolonialmächte Portugal, Niederlande und Frankreich verloren in diesem Zuge ihren damaligen Einfluss. Durch den Sepoy-Aufstand kam 1857/58 dazu, dass sich Teile der Bevölkerung gegen die Herrschaft der Ostindien-Kompanie auflehnten. Dieser Aufstand wurde niedergeschlagen und Indien der direkten Kontrolle Großbritanniens unterstellt. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, führte 1947 zur Unabhängigkeit. Am 26. November 1949 trat Indien dem Commonwealth of Nations bei. Die Briten kamen der Forderung der Musimliga noch nach und teilten die Kolonie „Britisch-Indien“ in zwei Staaten, die säkulare Indische Union und die kleinere Islamische Republik Pakistan.
Am 12. Mai 2000 überschritt die Einwohnerzahl Indiens offiziell die Milliardengrenze, heute leben 1.112 Mrd. Einwohner in Indien und macht es somit zum zweitbevölkerungsreichsten Land neben der Volksrepublik China. Prognosen zufolge wird das Bevölkerungswachstum des Landes wenn, dann nur leicht zurückgehen und bis zum Jahre 2045 dafür sorgen, dass Indien die Volksrepublik China als einwohnerreichstes Land der Erde ablösen wird. Das hohe Bevölkerungswachstum ist nicht durch eine Erhöhung der Geburtenrate zustande gekommen, sondern weil sich die Gesundheitsversorgung im Land in den letzten Jahrzehnten stark verbessert hat und die Lebensdauer somit gestiegen ist. Dies ist nur ein Indikator dafür, dass Indien ein Land ist das nach Fortschritt und Wachstum strebt. Ein Problem zeigt sich darin, dass im Zuge der Verstädterung immer mehr Menschen in die Städte ziehen um dort Arbeit zu suchen. Die Metropolen sind die besten und weitesten Entwickelten Regionen im Land und ziehen die Menschen somit an. Ein großes Problem ist allerdings, dass die ländlichen und die urbanen Regionen so unterschiedlich entwickelt sind und es auf dem Land kaum Fortschritt zu verzeichnen gibt. Jedes Jahr kommen nach heutigen Angaben ca. 15 Mio. Inder zur Welt, was einem Bevölkerungswachstum von 1,4% entspricht. Die riesige Zahl von 1.112 Mrd. Einwohnern haben in diesem Staat 3.287.590km2 zur Verfügung, damit ist Indien der siebtgrößte Staat der Welt. Dies wirkt sich auch auf die angesprochene Verstädterung aus. Indien hat heute 34 Städte mit mehr als 1 Mio. Einwohnern, allein Mumbai hat mit über 20 Mio. Einwohnern eine größere Einwohnerzahl als ganz Australien. Indien ist in 28 Bundesstaaten und sieben Unionsterritorien gegliedert, die sich in insgesamt 603 Distrikte unterteilen. In einigen Bundesstaaten werden mehrere Distrikte zu Divisionen zusammengefasst. Den Distrikten untergeordnet sind die Blöcke (Tehsils oder Taluks), die wiederum etwa 200 bis 600 Dörfer umfassen, diese stellen die unterste Verwaltungsebene dar.
Bundesstaaten und Unionsterritorien
AP Andhra Pradesh
AR Arunachal Pradesh
AS Assam
BR Bihar
CG Chhattisgarh
GA Goa
GJ Gujarat
HR Haryana
HP Himachal Pradesh
JK Jammu und Kashmir
JH Jharkhand
KA Karnataka
KL Kerala
MP Madhya Pradesh
MH Maharashtra
MN Manipur
ML Meghalaya
MZ Mizoram
NL Nagaland
OR Orissa
PB Punjab
RJ Rajasthan
SK Sikkim
TN Tamil Nadu
TR Tripura
UA Uttarakhand
UP Uttar Pradesh
WB Westbengalen (West Bengal)
Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2005 nach vorläufigen Angaben weiter auf rund 760 Mrd. US-Dollar. Bei rund 1,1 Milliarden Einwohner betrug das Einkommen je Einwohner jedoch nur rund 700 US-Dollar. Damit zählt Indien nach wie vor zu den Entwicklungsländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen. Trotz eines Anteils von rund 17 Prozent an der Weltbevölkerung trägt Indien nur rund zwei Prozent zur weltweiten Produktion bei.
Behindert wird das Wachstum der Produktion der indischen Wirtschaft insbesondere durch Mängel der vielfach veralteten Infrastruktur, vor allem durch Engpässe bei der Energieversorgung wie den häufigen Stromausfällen. Ein weiterer Belastungsfaktor ist auch die weit verbreitete Korruption.
Gemäß der Verfassung von 1950 ist Indien eine parlamentarische Demokratie und nach der Zahl der Bürger, die größte Demokratie der Erde. In Indien herrscht Schulpflicht im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Das Schulsystem ist aufgeteilt in Grundschule (fünf Jahre), Mittelschule (drei Jahre) und den höheren Schulen darüber hinaus die Hochschulen und Universitäten. Allgemein hat der Staat in der Vergangenheit besonderes Augenmerk auf die Förderung von höheren Bildungseinrichtungen gelegt, was den aus der Kolonialzeit herrührenden elitären Charakter des Bildungswesens noch verstärkt hat. In Indien ist es oft zu beobachten, dass sich über neugeborene Jungs mehr gefreut wird wie über Mädchen. Dies hat verschiedene Gründe, zum einen sehen speziell in ländlicheren Gegenden die Eltern ihre Söhne als die späteren Familienernährer, die auf dem Feld arbeiten können, für Mädchen muss spätestens bei ihrer Hochzeit eine Mitgift gezahlt werden, die sich viele in Armut lebende Eltern nicht leisten können. Weit verbreitet sind auch Feiern die mit dem Beginn der Fruchtbarkeit der Tochter gefeiert werden, oft mehrere Tage dauern und viel Geld kosten welches die meisten nicht haben. Dies sind nur einige Gründe warum auch heute die Alphabetisierungsrate sowie der Einschulungsraten oder die Verteilung von Plätzen an Universitäten immer noch von Männern dominiert werden.
Quelle (text und Karte):
http://de.wikipedia.org/wiki/Indien



