Hoffnung trotz AIDS
Von Michelle Scott* - Übersetzung Birgit Braeske
"Ich fürchtete, ich würde sterben," sagte Terrence, einer von 63 Leuten, die sich regelmäßig in der »Friends Unit«, einer Selbsthilfegruppe im Kissy United Methodist Hospital in Freetown, Sierra Leone, treffen, wo sie Beratung und die antiretroviralen Medikamente gegen AIDS erhalten. Terrence erinnert sich, wie es ihm vor 18 Monaten so schlecht ging, dass er auf der Straße zusammenbrach. Er wurde ins Kissy Hospital gebracht und erfuhr, dass er an AIDS erkrankt war.
Heute sieht er aus wie ein Bild der Gesundheit selbst. Die ständige medizinische Betreuung und die antiretroviralen Medikamente, die er von der „Friends-Unit“ erhält, haben seinen Körper wieder hergestellt. Die Beratung und die Gemeinschaft mit anderen HIV/AIDS-Kranken haben seine Seele geheilt, haben sie ihm doch klar gemacht, dass die Diagnose kein Todesurteil bedeutet.
Die »Friends-Unit« ist die Abteilung für HIV/AIDS-Beratung und Unterstützung am Kissy Hospital. Der Name spricht von der Beziehung, die die HIV/AIDS-Berater zu den Patienten aufbauen.
Die nächste Generation bewahren
Mary und Helen sind auch Teilnehmerinnen der Beratungsgruppe. Sie fanden heraus, dass Sie mit HIV/AIDS infiziert sind, als sie im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge am Kissy-Hospital zum HIV-Test ermuntert wurden. Als das Ergebnis positiv ausfiel, wurden sie von der »Friends-Unit« beraten und nahmen an einem Programm teil, das die Übertragung von der Mutter auf das Kind verhindern will. Dieses Behandlungsprogramm hilft das Kind zu schützen, das sonst während der Geburt einer Virusübertragung ausgesetzt wäre.
Helen erhielt außerdem Nahrungsmittelhilfen vom Ernährungsprogramm des Kissy-Hospitals, um eine gesunde Gewichtszunahme zu gewährleisten. Die beiden kleinen Kinder haben sich nicht mit HIV infiziert. In regelmäßigen Abständen werden sie untersucht, um sicherzustellen, dass sie gesund bleiben.
Mary glaubt, dass ihr Mann an AIDS starb, ist sich aber nicht sicher. Das tägliche Leben ist schwierig für sie. Sie sorgt, so gut sie kann, für ihr Baby, aber das Geld ist knapp. Die »Friends-Unit« übernimmt die Kosten für Fahrten und die Medikamente. Für Mary ist er schwer, von anderen abhängig zu sein. Sie sucht nach einem Weg, ein kleines Geschäft aufzubauen und ein regelmäßiges Einkommen zu haben.
Kampf gegen das Stigma
Am Ende des Treffens werden die Patienten, die neue Medikamente brauchen, gewogen und der Blutdruck wird gemessen. Sie stacheln sich gegenseitig an, zuzunehmen – ein Zeichen von Gesundheit. Wenn die antiretroviralen Medikamente ausgegeben werden, sitzen sie alle da und kratzen die Etiketten von den Fläschchen bevor sie gehen. "Weißt du, warum wir das tun?" fragt Ivy, eine Beraterin, die für ein Gruppenmitglied das Etikett abkratzt. "Sie wollen nicht, dass es jemand herausfindet."
AIDS ist in Sierra Leone mit einem ernsten Stigma behaftet. Menschen, die mit HIV/AIDS leben, müssen sorgfältig darauf achten, wer von ihrer Krankheit weiß, wollen sie nicht riskieren, Freunde, Familie oder auch ihrer Jobs zu verlieren.
Earnest Jusu, Chef der »Friends-Unit«, erzählt, wie schwierig es wegen des Stigmas ist, die Menschen zu HIV-Tests zu bewegen. Die Angst ist so stark, dass es schwierig ist, Mitarbeiter für die »Friends-Unit« zu finden.
Verpflichtung zu Erziehung
Die Mitarbeiter der »Friends-Unit« verbringen viel Zeit mit der Aufklärung über HIV/AIDS. Sie besuchen Schulen und Gemeindegruppen in ganz Sierra Leone, unterrichten sie über die Krankheit und ermutigen so viele wie möglich, sich testen zu lassen.
Earnest Jusu arbeitet leidenschaftlich daran, die Flut AIDS einzudämmen und den Leuten zu helfen, die nicht nur einer schrecklichen Krankheit ins Gesicht sehen müssen, sondern auch schrecklichen gesellschaftlichen Folgen.
Jusu fasst die Arbeit der »Friends-Unit« mit den Worten zusammen: "Wir geben ihnen die Hoffnung, dass es ein Leben nach der Infektion gibt."
Wie Sie helfen können
Die EmK-Weltmission unterstützt mehrere Projekte zur HIV/AIDS-Prävention in Sierra Leone
Alle Patientennamen wurden geändert
*Michelle Scott is the executive secretary for UMCOR communications
Ivy of Kissy Hospital's Friends Unit (HIV/AIDS) talks to a group about living with the disease.
Michelle Scott/UMCOR
© 2008 United Methodist Committee on Relief


