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19.05.2010
Gute Nachrichten aus Kenia
"Niemand ist so arm, dass er oder sie nichts geben könnte und niemand ist so reich, dass er oder sie nichts zu empfangen bräuchte."
(Henri Nouwen, Brot für die Reise)
Im Oktober 2009 haben wir um Spenden für die Hungerhilfe in Maua, Kenia gebeten. Nach mehreren schwachen oder ausgefallenen Regenzeiten herrschte Dürre und die Ernährungssituation war in Kenia sehr angespannt, besonders für Menschen, die von HIV/AIDS betroffen sind oder Waisenkinder, die meist bei ihren Großeltern leben.
Kurz darauf begann es aber zu regnen und die Menschen konnten wieder pflanzen und kürzlich konnte die Ernte eingebracht werden. Als sich im Maua Hospital am 24. April die Betreuer von AIDS-Waisen trafen, geschah etwas ganz erstaunliches: Die Betreuer der Waisen aus zwei Dörfern brachten Mais, um ihn dem Krankenhaus zu übergeben. Sie waren so dankbar für die Nahrungsmittelhilfe im letzten Jahr, dass sie jetzt etwas zurück geben wollten. Alle brachten soviel sie entbehren konnten, und wenn es nur ein paar Blechdosen voll waren. Insgesamt kamen aus den zwei Dörfern 25 Säcke Mais.
Die Verantwortlichen im Krankenhaus waren überwältigt von solcher Großzügigkeit. Arme helfen sich zwar untereinander, doch dass man einer Institution etwas zurückgibt, kommt nicht oft vor. Doch das Beispiel machte Schule: Inzwischen haben die Waisenbetreuern in einem weiteren Dorf Mais gesammelt und nach Maua gebracht und so stehen dem Krankenhaus jetzt 55 Säcke Mais kostenlos zur Verfügung.
Vom Hungern zum Teilen ist es oft ein gewundener Pfad, doch den Menschen rund um Maua ist deutlich geworden, das Geben und Nehmen zusammen gehören.


